Astronomie

Unser Sonnensystem

Astronomie

Unser Sonnensystem besteht aus der Sonne, den um sie kreisenden Planeten und deren Monden, Zwergplaneten sowie Kleinkörpern wie Kometen, Asteroiden (Planetoiden) und Meteoroiden, die durch die Anziehungskraft der Sonne zusammengehalten werden. Die Sonne ist in unserem System der Zentralstern. Darauf folgen die Gesteinsplaneten Merkur, Venus, Erde & Mars, die den inneren Teil dieses Systems ausmachen. Den äußereren Teil bilden die Gasplaneten Jupiter, Saturn, Uranus & Neptun.

Weitere Begleiter der Sonne sind neben den Zwergplaneten Millionen von Asteroiden (auch Kleinplaneten genannt) und Kometen, die sich vorwiegend in den drei Kleinkörperzonen des Sonnensystems befinden: dem Asteroidengürtel zwischen den inneren und den äußeren Planeten, dem Kuipergürtel jenseits der äußeren Planeten und der Oortschen Wolke ganz außen. Quelle

Es gibt insgesamt drei Kategorien, welche die IAU (International Astronomical Union) für die Objekte des Sonnensystems festgelegt hat:

  • Planeten sind Objekte, die
    • sich auf einer Bahn um die Sonne befinden,
    • über eine ausreichende Masse verfügen, um durch ihre Eigengravitation eine annähernd runde Form zu bilden (hydrostatisches Gleichgewicht),
    • die Umgebungen ihrer Bahnen von anderen Körpern bereinigt haben (siehe planetarische Diskriminante) und
    • selbst keine Sterne sind.
    Zwergplaneten haben dieselben Eigenschaften wie Planeten, abgesehen davon, dass sie ihre Bahnen nicht bereinigt haben und keine Satelliten (Monde) sind.
  • Plutoiden sind eine Unterklasse der Zwergplaneten, die auf Umlaufbahnen außerhalb der Neptun­bahn um die Sonne kreisen und somit zu den transneptunischen Objekten (TNO) zählen.
  • Kleinkörper sind alle anderen Objekte (Kleinplaneten bzw. Planetoiden, Kometen und Meteoroiden) mit Ausnahme der Satelliten. Sie verfügen über keine ausreichende Masse, um durch ihre Eigengravitation eine annähernd runde Form zu bilden oder die Umgebungen ihrer Bahnen zu bereinigen. Quelle

Sonne

Die Sonne, lateinisch Sol und griechisch Helios, ist für das Leben auf der Erde von zentraler Bedeutung. Wichtige Prozesse, wie das Klima, das Wetter und das gesamte Leben auf unserem Planeten, werden von der Strahlungsenergie der Sonne angetrieben. Ohne sie gäbe es weder Tag noch Nacht, weder Wärme noch Photosynthese – das Fundament allen Lebens.

Die Oberfläche der Sonne ist übersät von schwarzen Flecken, den sogenannten Sonnenflecken. Sie erscheinen, wandern und verschwinden wieder. Diese Flecken sind kälter als die restliche Oberfläche, weshalb sie dunkel wirken. Daneben gibt es Sonnenprotuberanzen, riesige Gasbogen, die spektakulär in den Weltraum hinausschießen und mit Magnetfeldern verbunden sind. Auch die Strahlung und Teilchen dieser Eruptionen beeinflussen die Erde, z. B. in Form von Polarlichtern.

Die Sonne ist derzeit etwa 4,6 Milliarden Jahre alt. Astronomen schätzen, dass sie ein Gesamtalter von ca. 10 Milliarden Jahren erreichen wird. Wenn sie älter wird, wird sie sich zu einem Roten Riesen ausdehnen. Dabei könnten Venus und Merkur zerstört werden, während die Erde entweder verschont bleibt oder ebenfalls „verschluckt“ wird – das ist noch unklar. Schon bevor sie das Stadium des Roten Riesen erreicht, wird die Erde sich stark verändern: in etwa 500 Millionen Jahren könnte sie noch bewohnbar sein, in 900 Millionen Jahren werden alle Pflanzen sterben, und das tierische Leben könnte innerhalb weniger Millionen Jahre verschwunden sein. Milliarden Jahre später wird das gesamte Oberflächenwasser verdampft sein.

Neben diesen wissenschaftlichen Fakten hat die Sonne in Mythologie und Kultur eine besondere Bedeutung. In Japan verehrt man die Sonnengöttin Amaterasu, die Licht, Wärme und Leben bringt – ähnlich wie die Schutzkräfte der Sailor Kriegerinnen. Auch in anderen Kulturen symbolisiert die Sonne Kraft, Schutz und Energie, Werte, die man in Geschichten wie Sailor Moon wiederfinden kann.

Fakten:

  • Das Licht der Sonne braucht etwa 8 Minuten und 20 Sekunden, um die Erde zu erreichen.
  • Sonnenflecken treten in 11-Jahres-Zyklen auf, ihre Anzahl beeinflusst das Klima auf der Erde.
  • Die Sonne besteht zu ca. 74 % aus Wasserstoff und zu 24 % aus Helium – der Rest sind schwere Elemente wie Sauerstoff, Kohlenstoff und Eisen.

Merkur

Der Merkur ist der Sonne am nächsten und trägt den Namen des römischen Götterboten (griechisch: Hermes). Er ist ein Gesteinsplanet, ähnlich wie Venus, Erde und Mars, und sieht äußerlich unserem Mond sehr ähnlich: geprägt von Kratern, Tälern und alten Lavaebenen.

Der Merkur hat eine sehr dünne Atmosphäre, die den Sonnenwind kaum bremst. Dadurch können Meteoriten ungehindert auf die Oberfläche einschlagen, und die Sicht auf den Himmel ist so klar wie vom Mond. Aufgrund seiner Nähe zur Sonne erreicht die Oberflächentemperatur bis zu 430 °C, während die Nacht auf bis zu −180 °C abkühlt.

Ein Merkur-Tag dauert ungefähr 59 Erdentage, während ein Merkur-Jahr nur 88 Erdentage lang ist – Merkur rotiert also sehr langsam um seine Achse, während er schnell die Sonne umrundet.

Bisher konnten nur zwei Raumsonden den Merkur erkunden: Mariner 10 (1974–1975) und MESSENGER (2011–2015). Beide lieferten beeindruckende Daten, aber eine vollständige Fotografie der Oberfläche gelang ihnen nicht, weshalb Teile des Planeten auf Karten fehlen.

Fakten:

  • Merkur hat das stärkste Magnetfeld unter den Gesteinsplaneten nach der Erde.
  • Durch die extrem dünne Atmosphäre gibt es keinen Schutz vor Meteoriteneinschlägen, daher ist die Oberfläche stark verkratert.
  • Merkur zeigt der Sonne nicht immer dieselbe Seite, was zu einem faszinierenden Tages-Nacht-Rhythmus führt.

Venus

Die Venus verdankt ihren Namen der römischen Göttin der Liebe und Schönheit. Sie ist nach dem Mond das hellste natürliche Objekt am Himmel und wird auch als Morgen- beziehungsweise Abendstern bezeichnet.

Die Venus ist der einzige Planet, der sich im Uhrzeigersinn dreht. Frühe Meteoroideneinschläge könnten ihre Rotation verändert haben. Sie hat keine Monde, dafür zahlreiche Vulkane, Krater und Gräben.

Die dichte Wolkenhülle aus Schwefelsäure erzeugt einen starken Treibhauseffekt, die Oberflächentemperatur liegt bei rund 465 °C. Nur etwa 2% des Sonnenlichts erreichen den Boden, was einer Sichtweite von rund 3 Kilometern entspricht.

Ein Venus-Tag dauert 243 Erdentage, während ein Jahr nur 225 Erdentage dauert. Der starke Luftdruck macht die Oberfläche für Menschen extrem gefährlich.

Fakten:

  • Die Venus ist fast genauso groß wie die Erde – ihr Durchmesser unterscheidet sich nur um etwa 600 Kilometer.
  • Sie hat die längste Rotationszeit aller Planeten: Ein Venustag dauert 243 Erdtage – länger als ein Venusjahr (225 Erdtage)!
  • Die Venus rotiert rückläufig, also entgegengesetzt zu fast allen anderen Planeten.
  • Ihre Atmosphäre besteht zu 96 % aus Kohlendioxid und erzeugt einen extremen Treibhauseffekt – dadurch ist die Venus heißer als Merkur, obwohl sie weiter von der Sonne entfernt ist.
  • Die Oberflächentemperatur beträgt im Schnitt rund 465 °C – heiß genug, um Blei zu schmelzen.
  • Auf der Venus ist der Luftdruck etwa 90-mal höher als auf der Erde, vergleichbar mit dem Druck in 900 Metern Tiefe unter Wasser.
  • Die Venus hat keine Monde – sie ist zusammen mit Merkur der einzige planetare „Einzelgänger“.
  • Weil sie so hell am Himmel erscheint, war sie schon in der Antike als Morgen- und Abendstern bekannt und oft mit Göttinnen der Liebe verbunden.

Erde

Die Erde, unser Heimatplanet, ist der einzige bekannte Planet, auf dem intelligentes Leben existiert. Sie ist mittlerweile etwa 4,6 Milliarden Jahre alt und hat eine faszinierende Vielfalt an Landschaften, Klima und Lebewesen.

Rund 70,7% der Erde sind mit Wasser bedeckt, vor allem durch Ozeane, Meere, Flüsse und Seen. Nur etwa 29,3% bestehen aus bewohnbarem Land, das von mittlerweile über 6 Milliarden Menschen geteilt wird – Prognosen zufolge sollen es im Jahr 2012 sogar 7 Milliarden sein. Dieses Land ist in 7 Kontinente aufgeteilt: Asien, Afrika, Nordamerika, Südamerika, Antarktika, Europa und Australien.

Die Erde wird aufgrund unterschiedlich intensiver Sonneneinstrahlung in 4 Klimazonen eingeteilt: Polarzone (Durchschnittstemperatur 0 °C), Gemäßigte Zone (Durchschnittstemperatur 8 °C), Subtropen (Durchschnittstemperatur 16 °C) und Tropen (Durchschnittstemperatur 24 °C). Die Sonneneinstrahlung bestimmt auch die 4 Jahreszeiten: Frühling, Sommer, Herbst und Winter.

Die Oberfläche der Erde besteht aus Kontinenten, Inseln, Gebirgen, Ebenen und Wüsten. Die Rotation der Erde um die eigene Achse sorgt für Tag und Nacht, während die Umlaufbahn um die Sonne das Jahr bestimmt. Der Mond beeinflusst die Gezeiten und stabilisiert die Achsenneigung, was für ein stabiles Klima sorgt.

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Fakten

  • Die Erde hat ein starkes Magnetfeld, das sie vor schädlicher Sonnenstrahlung schützt.
  • Die längste Bergkette der Erde befindet sich unter Wasser: der Mittelatlantische Rücken erstreckt sich über rund 65.000 km.
  • Die höchste Erhebung ist der Mount Everest mit 8.848 m, der tiefste Punkt ist der Marianengraben mit etwa 11.034 m Tiefe.
  • Die Erde ist der einzige Planet, auf dem flüssiges Wasser auf der Oberfläche existiert – ein entscheidender Faktor für Leben.
  • Es gibt über 8,7 Millionen bekannte Tier- und Pflanzenarten auf der Erde, Tendenz steigend.

Erdmond

Der Mond ist der einzige natürliche Satellit der Erde und mit bloßem Auge am Himmel zu erkennen. Er ist bisher auch der einzige Himmelskörper, den Menschen betreten haben – die erste bemannte Landung fand 1969 im Rahmen der Apollo-11-Mission statt. Der Mond übt einen enormen Einfluss auf die Erde aus, unter anderem auf die Gezeiten der Ozeane.

Der Mond dreht sich in 27 Tagen, 7 Stunden und 43 Minuten um die eigene Achse und benötigt für die Umrundung der Erde exakt dieselbe Zeit. Dadurch sehen wir von der Erde aus immer dieselbe Seite – die sogenannte Vorderseite. Die Rückseite blieb lange Zeit unbekannt, bis sie durch Raumsonden fotografiert wurde.

Die Hauptphasen des Mondes sind Neumond (der Mond ist unsichtbar), Vollmond (die gesamte sichtbare Fläche ist beleuchtet) sowie die Halbmondphasen (zunehmender und abnehmender Mond). Darüber hinaus gibt es besondere Ereignisse wie die Mondfinsternis, die nur bei Vollmond auftreten kann, wenn die Erde zwischen Sonne und Mond steht. Umgekehrt kommt es bei Sonnenfinsternissen zu dem seltenen Schauspiel, dass der Mond zwischen Sonne und Erde steht – dies ist nur bei Neumond möglich.

Die Oberfläche des Mondes ist geprägt von Mondmeeren (dunkle, basaltartige Ebenen), hellen Hochländern, zahlreichen Kratern und Gebirgsketten. Diese Strukturen sind Zeugen einer bewegten Geschichte mit häufigen Meteoriteneinschlägen.

Fakten:

  • Der Mond ist etwa ein Viertel so groß wie die Erde und rund 384.000 Kilometer entfernt.
  • Er ist der fünfgrößte Mond im Sonnensystem.
  • Ohne den Mond wäre die Erdachse instabiler – die Jahreszeiten könnten extremer schwanken.
  • Bei einer totalen Sonnenfinsternis verdeckt der Mond die Sonne so genau, weil er 400-mal kleiner als die Sonne, aber auch 400-mal näher zur Erde ist.
  • Die sogenannte „Mondrückseite“ ist nicht wirklich die „dunkle Seite“ – sie erhält genauso viel Sonnenlicht wie die Vorderseite, wir können sie nur nicht sehen.
  • Auf dem Mond gibt es keine Atmosphäre, daher auch keinen Schall und keinen Schutz vor Meteoriteneinschlägen.

Mars

Der Mars wurde wegen seiner roten Farbe nach dem römischen Kriegsgott benannt und wird oft als der Rote Planet bezeichnet. Die auffällige Färbung kommt vom Eisen, das in seinem Boden und Gestein enthalten ist – der Mars rostet förmlich vor sich hin.

Die Atmosphäre des Mars ist sehr dünn und staubig. Feine Partikel lassen den Himmel in einem blassen Orange- oder Blutrot-Ton erscheinen. Auf der Oberfläche findet man Gesteinsbrocken, sandige Böden und Dünen. Besonders im Marsfrühling wüten riesige Staubstürme, die große Teile der Oberfläche für Wochen oder Monate verhüllen können.

Der Mars besitzt zwei Monde: Phobos (Furcht) und Deimos (Schrecken). Sie sind klein, unregelmäßig geformt und vermutlich eingefangene Asteroiden. Seit den 1960er Jahren wurden über 40 Raumsonden zum Mars geschickt, um ihn zu erforschen. Nicht alle erreichten jedoch ihr Ziel – viele stürzten ab oder verloren den Kontakt.

Fakten:

  • Der Olympus Mons auf dem Mars ist der höchste Vulkan im Sonnensystem und drei Mal so hoch wie der Mount Everest.
  • Der Valles Marineris ist ein gigantischer Canyon, etwa 4.000 km lang und bis zu 7 km tief.
  • Ein Mars-Tag dauert 24,6 Stunden – fast genauso wie auf der Erde.
  • Die Temperatur kann von −125 °C in der Nacht bis +20 °C am Tag schwanken.
  • Es gibt Hinweise auf gefrorenes Wasser unter der Oberfläche und mögliche frühere flüssige Seen.

Jupiter

Der Jupiter ist der größte Planet des Sonnensystems und wurde nach dem römischen Hauptgott benannt. Wegen seines goldgelben Lichts galt er schon im alten Babylonien als Königsstern. Mit einem Durchmesser von fast 143.000 km ist er rund elf Mal so groß wie die Erde und übertrifft alle anderen Planeten an Masse.

Der auffälligste Teil seiner Atmosphäre ist der Große Rote Fleck, ein gewaltiger Wirbelsturm, der schon seit mindestens 300 Jahren beobachtet wird und etwa doppelt so groß wie die Erde ist. Die Atmosphäre des Jupiters besteht hauptsächlich aus Wasserstoff und Helium und zeigt bunte Wolkenbänder, die durch starke Winde entstehen.

Der Jupiter besitzt auch ein sehr schwaches Ringsystem aus Staubpartikeln. Vermutlich stammt dieses Material von seinen kleinen Monden, die regelmäßig von Meteoriten getroffen werden. Der dabei aufgewirbelte Staub wird in die Umlaufbahn des Jupiters geschleudert und so Teil der Ringe.

Mit über 90 bekannten Monden ist Jupiter ein kleines Sonnensystem für sich. Besonders berühmt sind die vier Galileischen MondeIo, Europa, Ganymed und Kallisto – die schon 1610 von Galileo Galilei entdeckt wurden. Jeder von ihnen hat eigene spannende Besonderheiten, etwa aktive Vulkane, unterirdische Ozeane oder riesige Eisflächen.

Fakten:

  • Ganymed ist größer als der Planet Merkur und der größte Mond im Sonnensystem.
  • Ein Tag auf Jupiter dauert nur knapp 10 Stunden – er rotiert am schnellsten von allen Planeten.
  • Sein Magnetfeld ist das stärkste aller Planeten und umschließt einen gigantischen Strahlungsgürtel.
  • Jupiter schützt durch seine Gravitation die inneren Planeten, indem er viele Asteroiden einfängt oder ablenkt.
  • Seine Masse ist 2,5 Mal größer als die aller anderen Planeten des Sonnensystems zusammen.

Saturn

Seinen Namen erhielt der Saturn vom römischen Gott des Ackerbaus, der später mit dem griechischen Kronos gleichgesetzt wurde, dem „Vollender“. Mit einem Durchmesser von rund 120.500 km ist Saturn nach Jupiter der zweitgrößte Planet des Sonnensystems und gehört wie dieser zu den Gasriesen.

Saturn ist besonders berühmt für sein einzigartiges und hell erleuchtetes Ringsystem, das aus unzähligen Partikeln aus Wassereis und Gesteinsbrocken besteht. Es ist das auffälligste Ringsystem im Sonnensystem und kann sogar schon mit einem kleinen Fernrohr beobachtet werden. Die Ringe sind in mehrere große Hauptbereiche unterteilt, die durch sogenannte Lücken voneinander getrennt sind.

Die Atmosphäre des Saturns besteht hauptsächlich aus Wasserstoff und Helium. Sie weist mindestens zwei große Wolkenschichten auf, wobei die obere Schicht die darunterliegende verdeckt – erst mit Infrarot-Aufnahmen können tiefere Strukturen sichtbar gemacht werden. Saturn zeigt außerdem zahlreiche Stürme und Wirbel. Am Südpol befindet sich ein ortsfester, hurrikanähnlicher Sturm mit einem Durchmesser von etwa 8.000 Kilometern. Auf der Nordhalbkugel erscheint in Abständen von etwa 29 Jahren der spektakuläre Große Weiße Fleck, ein gewaltiger Sturm, der den ganzen Planeten umspannen kann.

Saturn besitzt über 80 bekannte Monde. Der größte davon ist Titan, der sogar größer als der Planet Merkur ist und eine dichte Atmosphäre aus Stickstoff besitzt. Er gilt als einer der spannendsten Orte für die Suche nach außerirdischem Leben im Sonnensystem.

Fakten:

  • Saturn ist der leichteste Planet: Seine Dichte ist geringer als die von Wasser – würde man ihn in einen Ozean setzen, könnte er theoretisch schwimmen.
  • Ein Tag auf Saturn dauert nur etwa 10,7 Stunden, da er sich sehr schnell um die eigene Achse dreht.
  • Die berühmten Ringe sind nicht massiv, sondern nur wenige hundert Meter dick.
  • Saturn strahlt doppelt so viel Energie ab, wie er von der Sonne erhält – vermutlich durch langsames Zusammensinken seines Kerns.
  • Die „Sechseck-Wolke“ am Nordpol ist ein einzigartiges Wetterphänomen: ein hexagonaler Jetstream mit 30.000 km Durchmesser.

Uranus

Der Uranus wurde im Jahr 1781 von Wilhelm Herschel entdeckt und war damit der erste Planet, der mit einem Teleskop gefunden wurde. Seinen Namen erhielt er nach dem griechischen Himmelsgott Uranos, dem Vater des Kronos (Saturn) und Großvater des Zeus (Jupiter). Mit einem Durchmesser von rund 51.000 km ist er der drittgrößte Planet im Sonnensystem und zählt zu den sogenannten Eisriesen.

Die Atmosphäre des Uranus besteht zu etwa 83% aus Wasserstoff, 15% Helium und 2% Methan. Das Methan absorbiert rotes Licht, wodurch der Planet seine charakteristische bläulich-grüne Färbung erhält. Die Atmosphäre ist sehr ruhig und zeigt – im Gegensatz zu Jupiter oder Saturn – nur wenige auffällige Wolkenformationen. Dennoch gibt es auch hier saisonale Veränderungen, die durch die extreme Achsenneigung hervorgerufen werden.

Uranus verfügt über ein sehr feines und dunkles Ringsystem, das dem des Jupiters ähnelt. Seine Ringe sind relativ jung und vermutlich nicht zusammen mit dem Planeten entstanden. Die Teilchen in den Ringen könnten einst Teile eines Mondes gewesen sein, der durch einen gewaltigen Einschlag oder durch Gezeitenkräfte zertrümmert wurde.

Besonders außergewöhnlich ist die Achsenneigung des Uranus: Er liegt förmlich „auf der Seite“. Mit rund 98 Grad ist seine Rotationsachse fast parallel zur Bahnebene. Dadurch „rollen“ die Pole des Planeten auf seiner Umlaufbahn um die Sonne – und jeder Pol erlebt extreme Jahreszeiten, die jeweils rund 42 Jahre dauern.

Uranus besitzt mindestens 27 bekannte Monde. Viele von ihnen tragen die Namen von Figuren aus den Werken William Shakespeares, wie Titania, Oberon oder Ariel.

Fakten

  • Ein Tag auf Uranus dauert nur etwa 17 Stunden und 14 Minuten.
  • Ein Umlauf um die Sonne dauert 84 Erdjahre – wer dort lebt, feiert nur sehr selten Geburtstag.
  • Durch die extreme Achsenneigung „kippt“ Uranus fast vollständig – sein Nord- und Südpol liegen fast auf der Umlaufbahn.
  • Uranus ist der kälteste Planet im Sonnensystem: Die Temperaturen können bis auf −224 °C sinken.
  • Seine Magnetfelder sind stark geneigt und versetzt zum Zentrum, was zu ungewöhnlichen Polarlichtern führt.

Neptun

Der Neptun ist der äußerste Planet des Sonnensystems und wurde 1846 entdeckt. Er erhielt seinen Namen nach dem römischen Gott der fließenden Gewässer und des Meeres, der später mit dem griechischen Gott Poseidon gleichgesetzt wurde. Gemeinsam mit Uranus zählt er zu den sogenannten Eisriesen. Mit einem Durchmesser von rund 49.000 km ist Neptun nur geringfügig kleiner als Uranus, aber deutlich massereicher.

Die bläuliche Färbung des Neptun entsteht durch das in der Atmosphäre vorhandene Methan, das rotes Licht absorbiert und vor allem blaues Licht reflektiert. Zusätzlich wird vermutet, dass noch andere, bislang unbekannte Bestandteile zu seinem tiefblauen Farbton beitragen. Hoch in der Atmosphäre wurden helle Wolken entdeckt, die den Wolken der Erde ähneln, jedoch durch die extreme Kälte und den hohen Druck ganz andere chemische Zusammensetzungen besitzen.

Die Achsenneigung des Neptun ähnelt mit 28,3 Grad derjenigen der Erde, wodurch er ebenfalls Jahreszeiten erlebt. Diese dauern jedoch viel länger – jeweils über 40 Jahre, da ein Umlauf um die Sonne fast 165 Erdjahre benötigt. Die schnelle Rotation des Planeten (etwa 16 Stunden pro Tag) sorgt für starke Bänderungen und die streifenartige Struktur in seiner Atmosphäre.

Neptun ist berühmt für seine Stürme. Am bekanntesten ist der „Große Dunkle Fleck“, ein gewaltiger Wirbelsturm ähnlich dem Großen Roten Fleck des Jupiters, der allerdings nach einigen Jahren wieder verschwand. Dies zeigt, dass Neptuns Wetterdynamik sehr aktiv und veränderlich ist. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 2.100 km/h besitzt Neptun die stärksten bekannten Stürme im gesamten Sonnensystem.

Der Planet verfügt über ein schwaches Ringsystem und mindestens 14 bekannte Monde. Der größte Mond, Triton, bewegt sich auf einer rückläufigen Umlaufbahn, was darauf hindeutet, dass er vermutlich ein eingefangener Zwergplanet aus dem Kuipergürtel ist. Auf seiner Oberfläche gibt es sogar aktive Geysire, die Stickstoff-Eis in die Höhe schleudern.

Fakten

  • Neptun ist der einzige Planet, der nicht direkt beobachtet, sondern durch mathematische Berechnungen seiner Gravitationswirkung entdeckt wurde.
  • Auf Neptun herrschen die stärksten Winde des Sonnensystems – schneller als ein Düsenjet.
  • Ein Neptun-Jahr dauert 165 Erdjahre. Seit seiner Entdeckung 1846 hat er erst ein einziges Mal die Sonne umrundet.
  • Neptun strahlt etwa 2,6-mal mehr Energie ins All ab, als er von der Sonne empfängt.
  • Triton ist der kälteste bekannte Himmelskörper im Sonnensystem mit Temperaturen von etwa −235 °C.

Pluto

Der Pluto, benannt nach dem römischen Gott der Unterwelt, galt bis 2006 als der neunte Planet unseres Sonnensystems. Doch die Internationale Astronomische Union (IAU) stufte ihn zum Zwergplaneten herab. Der Grund: Pluto erfüllt zwar viele Eigenschaften eines Planeten, aber er konnte seine Umlaufbahn nicht von anderen, ähnlich großen Himmelskörpern im Kuipergürtel freiräumen. Damit unterscheidet er sich von den acht klassischen Planeten.

Pluto wurde 1930 von Clyde Tombaugh entdeckt und gehört mit einem Durchmesser von etwa 2.377 Kilometern zu den größten bekannten Zwergplaneten. Er bewegt sich auf einer stark elliptischen Umlaufbahn, die ihn zeitweise näher zur Sonne bringt als den Neptun. Ein Pluto-Jahr dauert rund 248 Erdjahre, und ein Pluto-Tag entspricht etwa 6 Tagen und 9 Stunden auf der Erde.

Eine wichtige Mission zur Erforschung Plutos war die Raumsonde New Horizons, die 2006 gestartet wurde und 2015 den Zwergplaneten in nur 12.500 km Entfernung passierte. Die Sonde lieferte atemberaubende Bilder und Daten von Plutos Oberfläche, die Gebirge aus Wassereis, weite Ebenen aus Stickstoff-Eis und sogar mögliche Gletscher zeigte. Seitdem gilt Pluto als einer der faszinierendsten Körper des Kuipergürtels.

Manche Theorien gehen davon aus, dass Pluto früher zum Neptunsystem gehörte, aber durch die Einfangung des Neptunmondes Triton aus dieser Bahn hinausgeschleudert wurde. Heute wissen wir, dass Pluto Teil einer ganzen „Familie“ von eisigen Körpern im äußeren Sonnensystem ist.

Pluto besitzt fünf bekannte Monde: Charon (der größte, fast halb so groß wie Pluto selbst), sowie Nix, Hydra, Kerberos und Styx. Gemeinsam bilden sie ein komplexes kleines System.

Fakten:

  • Pluto und sein Mond Charon sind so groß im Verhältnis zueinander, dass man sie fast als Doppelplanetensystem betrachten könnte.
  • Pluto ist kleiner als der Erdmond – trotzdem hat er eine dünne Atmosphäre aus Stickstoff, Methan und Kohlenmonoxid.
  • Seine Temperatur liegt bei etwa −230 °C – er ist einer der kältesten bekannten Himmelskörper.
  • Die berühmte herzförmige Region auf Plutos Oberfläche heißt „Sputnik Planitia“ und besteht hauptsächlich aus Stickstoff-Eis.
  • Seit seiner Entdeckung 1930 hat Pluto noch nicht einmal einen kompletten Umlauf um die Sonne vollendet.